Endoskopische Abtragung von Polypen des Verdauungstraktes

Bei vielen Polypen der Schleimhaut des Verdauungstraktes handelt es sich um s.g. Adenome; Wucherungen, aus denen sich potentiell eine Krebsgeschwulst entwickeln kann.

 

Aus diesem Grund sind wir bestrebt, während einer endoskopischen Untersuchung alle suspekten Polypen zu entfernen. Dazu werden die Polypen mit einer feinen Drahtschlinge gefasst und mit Hilfe elektrischen Stromes abgetragen. Dieser Vorgang ist gewöhnlich schmerzfrei. Nach Möglichkeit bemühen wir uns, alle abgetragenen Polypen zu bergen und dem Pathologen zur feingeweblichen Untersuchung zuzuführen.

 

Dank unserer Expertise können wir in der Praxis auch die ambulante Abtragung schwieriger, d.h. grosser, breitbasig aufsitzender oder auch „rasenartig", flächig wachsender Polypen mit etwas höherem Komplikationsrisiko anbieten. Mit Hilfe moderner endoskopischer Instrumente, wie z.B. verschiedener Metallclips oder der Argon-Plasma-Koagulation, können fast alle durch die Polypabtragung ausgelösten Blutungen vor Ort gestillt werden.

 

Häufig gelingt es, im Frühstadium bösartig entartete Polypen zu entdecken und abzutragen, was in den meisten Fällen die definitive Versorgung darstellt und den Patienten eine grosse Darmoperation erspart. Selbstverständlich werden diese Patienten in ein endoskopisches Nachsorgeprogramm aufgenommen.

 

Die Polypdiagnostik erfolgt mit Hilfe moderner, ausgezeichnet auflösender Pentax-Endoskope , die eine detailierte Beurteilung der Schleimhaut erlauben. Ergänzend bedienen wir uns des noch neuen Verfahrens der Chromoendoskopie, bei dem die erkrankte Schleimhaut durch Aufsprühen verschiedener Farbstoffe gefärbt wird. Dadurch gelingt es, den Übergang vom gesunden zum erkrankten Gewebe besser abzugrenzen und suspekte Stellen besser zu erkennen.

 

Natürlich können kleinere und flache Polypen im Dickdarm nur nach einer optimalen Reinigung der Schleimhaut aufgefunden werden. Aus diesem Grund sollte die Vorbereitung auf die Darmspiegelung bereits 2-3 Tage vorher beginnen, indem alle ballaststoffhaltigen Lebensmittel (z.B. Müsli, aber auch Obst und Gemüse) absolut gemieden werden.

 

Dies gilt besonders für Patienten mit Neigung zur Darmträgheit und Verstopfung. Erst am Vortag der Untersuchung beginnt die eigentliche Spülung des Darmes mit ca. vier Litern einer speziellen Abführlösung.

 

Vor der Polypabtragung müssen ein aktuelles Blutbild und die Gerinnungswerte vorliegen.

Gerinnungshemmende Medikamente, wie z.B. ASS oder Clopidogrel, sind eine Woche vor dem Eingriff abzusetzen.