LIGATURBEHANDLUNG VON ÖSOPHAGUSVARIZEN

Die Krampfadern-oder Varizen-der Speiseröhre (lat. Ösophagus) entstehen als Umgehungskreisläufe infolge eines erhöhten Druckes in der Pfortader, einer gefürchteten Komplikation bei verschiedenen, mit zirrhotischem Umbau der Leber einhergehenden Krankheiten. Durch Einreissen dieser Krampfadern kann es zu schweren, lebensbedrohlichen Blutungen kommen. Aus diesem Grund erhalten heutzutage Patienten mit blutungsgefährdeten Ösophagusvarizen eine medikamentöse Blutungsprophylaxe mit s.g. Beta-Blocker. Bei Patienten, die diese Medikation aufgrund einer zu starken Blutdrucksenkung nicht vertragen, oder bei denen es trotzdem zu einer Blutung gekommen ist, bieten wir als alternative Therapieoption die moderne Gummibandligatur an.


Dabei werden die Krampfadern in einen an der Spitze des Endoskopes sitzenden Hohlzylinder eingesaugt und durch das Loslösen von auf dem Hohlzylinder aufgespannten Gummiringen abgeschnürt. Nach einigen Tagen fallen die „abgestorbenen" Krampfadern unter Hinterlassung eines kleinen Geschwüres spontan ab.

 

Mit den uns zur Verfügung stehenden Geräten lassen sich bis zu sechs Varizenstränge in einer Sitzung behandeln. Die Therapie wird in mehrwöchigen Abständen solange wiederholt, bis keine blutungsgefährdeten Krampfadern mehr nachzuweisen sind („Varizeneradikation").

Die Ligaturbehandlung wird nach vorheriger Aufklärung unter Überwachung der Kreislaufparameter in einem medikamentös herbeigeführtem Schlaf (intravenöse Sedierung) durchgeführt und ist meist schmerzfrei.